Psychologische Tools für turbulente Zeiten

Erholung in turbulenten Zeiten

Im Alltag nehmen wir uns oft nicht die Zeit, einmal durchzuatmen. Das Handy ist meistens dabei, irgendetwas zieht immer unsere Aufmerksamkeit. So stressen wir uns selbst mehr – sogar in Zeiten, in denen Ruhe wichtig ist. Wenn wir uns dann erholen könnten, klappt es oft nicht so richtig. Wir schauen zwar den Film, aber haben das Handy parallel noch in der Hand. Oder wir sind zu müde, um zur Ruhe zu kommen. Vielleicht überfordert uns auch, was wir eigentlich tun sollen, wenn wir uns erholen. Insbesondere nach sehr stressigen Phasen vergessen wir manchmal, was uns gut tut.

Wenn wir uns keine richtigen Pausen gönnen, haben wir weniger Kapazitäten um auf all die persönlichen gesellschaftlichen Herausforderungen zu reagieren. Auf Dauer kann so etwas sogar krank machen. Was sagen also Psycholog*innen, wie das mit der Erholung funktioniert? Laut dem sogenannten DRAMMA-Modell besteht Erholung aus sechs Dimensionen:

  • Detachment (Abschalten)
  • Relaxation (Entspannung)
  • Autonomy (Selbstbestimmung)
  • Mastery (Kompetenz erleben)
  • Meaning (Sinnhaftigkeit)
  • Affiliation (soziale Verbundenheit)

Echte Erholung entsteht durch das gezielte Erfüllen unserer psychischen Grundbedürfnisse. Je mehr dieser Dimensionen in der Freizeit oder in Pausen erfüllt werden, desto besser erholt sich der Körper. Das heißt aber natürlich nicht, dass man immer alle Dimensionen erfüllen muss. Sonst hat man am Ende den nächsten Stresspunkt auf der Liste.

Als Erinnerung daran, wie Erholung funktioniert, gibt es die Informationen zu den verschiedenen Dimensionen als psychoedukatives Zine zum Ausdrucken. Ein Zine ist ein kleines, selbstgemachtes und selbstveröffentlichtes Heft. Zines haben eine lange DIY-Tradition und wurden besonders in Fan-, Punk-, feministischen und anderen Subkulturen genutzt, um eigene Perspektiven unabhängig von klassischen Verlagen und Medien zu verbreiten. Zines eignen sich auch gut für psychologische Materialien, weil sie niedrigschwellig und zu Hause ausdruckbar sind.

Quellen

  • Charlson, F., Van Ommeren, M., Flaxman, A., Cornett, J., Whiteford, H., & Saxena, S. (2019). New WHO prevalence estimates of mental disorders in conflict settings: a systematic review and meta-analysis. The Lancet, 394(10194), 240-248.
  • Kujanpää, M., Syrek, C., Lehr, D., Kinnunen, U., Reins, J. A., & De Bloom, J. (2021). Need satisfaction and optimal functioning at leisure and work: A longitudinal validation study of the DRAMMA model. Journal of Happiness Studies, 22(2), 681-707.
  • Lamberty, P. (2026). Der Untergang kann warten. Wie wir in Krisenzeiten Hoffnung schöpfen. Bastei Lübbe.
  • Lazarus, R. S., & Folkman, S. (1987). Transactional theory and research on emotions and coping. European Journal of personality, 1(3), 141-169.
  • Mahmud, S., Mohsin, M., Dewan, M. N., & Muyeed, A. (2023). The global prevalence of depression, anxiety, stress, and insomnia among general population during COVID-19 pandemic: A systematic review and meta-analysis. Trends in Psychology, 31(1), 143-170.
  • Montgomery, R. M., & Gouvea, M. A. V. (2024). Impact of chronic stress on physical and mental health: A detailed analysis.

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