Die Welt ist im Wandel – und das in einer Geschwindigkeit, die viele Menschen überfordert. Gewohnte Sicherheiten brechen weg, die psychischen Belastungen nehmen zu. Zukunftsängste, Erschöpfung und Resignation sind weit verbreitet.
Viele Menschen fühlen sich aufgrund der Krisenpermanenz und zunehmenden Bedrohungslage machtlos – doch sie sind es nicht. Menschen können die Welt verändern und haben mehr Einflussmöglichkeiten, als ihnen bewusst ist.
Statt Apokalypse: Warum der Untergang warten kann
»Der Untergang kann warten« ist weder ein klassischer Ratgeber noch ein gewöhnliches Sachbuch. Es vermittelt keine individualisierten Resilienz-Strategien nach dem Motto “Du musst nur positiv denken”. Auch wenn der Untertitel das Thema Hoffnung aufgreift, ist Hoffnung nur eines von neun Kapiteln. Sie wird nicht als Voraussetzung für Veränderung verstanden, sondern als ein Baustein unter vielen, der Menschen helfen kann, Krisen zu verstehen, handlungsfähig zu bleiben und gemeinsam Zukunft zu gestalten. Pia Lamberty plädiert nicht dafür, dass wir immer hoffnungsvoll oder optimistisch sein müssen. Stattdessen untersucht sie, wie gesellschaftliche Krisen Menschen verändern – psychologisch, sozial und politisch.
Das Buch versteht sich als Gebrauchsanweisung für die Gegenwart. Es erklärt, warum Menschen dieselben Krisen unterschiedlich erleben, welche psychologischen Prozesse Unsicherheit, Polarisierung oder Ohnmachtsgefühle verstärken und welche Rolle gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen dabei spielen. Gleichzeitig zeigt es auf, wo individuelle und kollektive Handlungsmöglichkeiten liegen – ohne einfache Lösungen oder unrealistische Heilsversprechen zu machen.
„Die Psychologin Pia Lamberty wagt sich an eine Handreichung“, schreibt Benjamin Knödler im Deutschlandfunk Kultur. „Diese Krisen, sie sind immer noch da. Aber Pia Lambertys Der Untergang kann warten hilft dabei, sie besser zu verstehen. Mehr noch: Das Buch kann der Anfang für einen besseren Umgang damit sein.“
Ein Buch auf Grundlage der Kohärenztheorie
Die Grundlage des Buches bildet die Kohärenztheorie des Medizinsoziologen Aaron Antonovsky. Sie beschreibt, welche Faktoren Menschen dabei unterstützen, auch unter Belastung gesund und handlungsfähig zu bleiben. Im Zentrum stehen drei Säulen:
Verstehen – Kann ich einordnen, was passiert?
Bewältigen – Erlebe ich mich als handlungsfähig?
Sinnerleben – Wofür lohnt es sich, aktiv zu werden?
Diese drei Säulen bilden die Struktur des gesamten Buches. Jedes Kapitel stärkt einen oder mehrere dieser Bereiche und vermittelt wissenschaftlich fundiertes Wissen ebenso wie konkrete Werkzeuge für den Umgang mit gesellschaftlichen Krisen.
Das Buch kann damit als eine Form der Kohärenzförderung verstanden werden: Es hilft dabei, gesellschaftliche Entwicklungen einzuordnen, vorhandene Ressourcen sichtbar zu machen und neue Perspektiven für sinnvolles Handeln zu entwickeln.
Das Buch in der Praxis: Materialien zur Anwendung
Der Untergang kann warten versteht sich als Gebrauchsanweisung für die Gegenwart. Die Inhalte von Der Untergang kann warten sollen nicht nur gelesen, sondern auch angewendet werden.
Deshalb gibt es hier eine wachsende Zahl an kostenlosen Materialien, mit denen die Ideen des Buches auf die eigene Situation übertragen werden können. Die Materialien orientieren sich an der Kohärenztheorie und unterstützen dabei, Krisen besser zu verstehen, die eigene Handlungsfähigkeit zu stärken und neue Perspektiven zu entwickeln.
